Ordnungstherapie

 

Ordnungstherapeutische Maßnahmen beschreiben – etwas pauschal ausgedrückt – die Hilfe zur Wiedererlangung des menschlichen Gespürs für die natürlichen Bedürfnisse des Individuums.

Konkret geht es z.B. um Themen wie das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit, neudeutsch als „life- work balance“ ausgedrückt, Lebensstilelemente eines „gesunden“ Lebens mit ausreichend Schlaf, Bewegung, gesunder Ernährung und - wichtig! – Umgang mit Gemütsbewegungen.

Diese Themen finden sich bereits bei Hippokrates ( 460 – 377 v.Chr.) in der Diaita-Lehre, weitere wichtige Vertreter waren Sebastian Kneipp, Franz Kleinschrod und Max Bircher-Benner.

 

In Zeiten, in denen der Begriff  „burn-out“  uns täglich begegnet, psychosoziale Erschöpfungszustände und Erkrankungen des depressiven Formenkreises einen Großteil der Ursache auch somatischer Krankheitsbilder mitbedingen, sind zugrunde liegende Mechanismen häufiger Beratungs- und Behandlungsanlass bei diesbezüglich geschulten Ärzten und anderen Therapeuten.

 

Hans Dieter Hentschel betonte in den 1990-ger Jahren die zentrale Stellung der Ordnungstherapie unter Betonung psychoedukativer Ansätze, orientierend an der bionomen Psychotherapie von Christian Peter Dogs, die verschiedene Verfahren wie autogenes Training, Hypnose und lösungsorientierte, „pragmatische“ Psychotherapie mit physiotherapeutischen und kreativen Therapieelementen verbindet.

Werden die Ressourcen und Fähigkeiten der beeinträchtigten Person berücksichtigt, besteht die Therapie manchmal lediglich in einem kleinen Anstoß zur Reaktivierung der „Selbstheilungskräfte“, die in diesem Fall häufig im seelischen Bereich liegen.

 

Wer den Unsinn pseudowichtiger wissenschaftlicher Erhebungen, was denn nun normal sei, sei es sozial, sexuell, geistig oder seelisch, nicht nur intellektuell nachvollziehen, sondern auch gefühlsmäßig spüren kann, wird sich auch freimachen können von einengenden normativen Diktaten, wie sie beispielsweise in der Medien- und Modewelt vorgegeben werden.